Sommergrippe oder Influenza?

Sommergrippe vs InfluenzaAlle Jahre wieder ist die Sommergrippe in aller Munde, sobald der Sommer naht.

Viele Menschen wundern sich über die ungewöhnlichen Erkältungserscheinungen bei schönstem Sommerwetter. Sie kennen das sicher auch.

Doch was viele Betroffenen irrtümlicherweise als (Sommer-)Grippe bezeichnen, ist – betrachtet man Ursache, Symptome und Verlauf näher – oftmals „nur“ ein grippaler Infekt.

Ist die Sommergrippe eine „echte“ Grippe?

Die Krankheitssymptome der Sommergrippe unterscheiden sich von denen der Virusgrippe, bzw. der sogenannten „echten Grippe“ (Influenza) vor allem im Schweregrad sowie im Verlauf der Erkrankung.

Wenn Sie an der Influenza erkrankt sind, ist ein sehr plötzlicher Krankheitsbeginn mit hohem Fieber von bis zu 40 °C charakteristisch. Meist ist das Vollbild der Krankheitssymptome direkt sichtbar, mit:

  • Müdigkeit
  • geschwollene Nasenschleimhäute und Husten (meist trocken)
  • Appetitlosigkeit
  • bis zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall

Die Sommergrippe Dauer liegt bei etwa 7-14 Tage, wobei die Nachwirkungen nicht selten noch Wochen später spürbar sind. Ganz zu schweigen von den möglichen Komplikationen, auf welche später noch näher eingegangen wird.

Bei der Sommergrippe hingegen treten allmählich unspezifische Anzeichen einer Atemwegserkrankung auf, mit Temperaturen unter 39°C (zumeist ca. 38,5°C) und dem entsprechenden Krankheitsgefühl.

In der Regel haben Sie Husten, Schnupfen und Halsweh sowie ggf. Kopf- und Gliederschmerzen, je nach Schwere der Erkrankung und Zeitpunkt der einsetzenden Therapie.

Nach spätestens 3-5 Tagen sollten sich die Symptome der Sommergrippe oder des grippalen Infektes wieder abgeschwächt haben und Sie sollten fieberfrei sein.

Erreger der Sommergrippe vs. Influenza

Die Sommergrippe unterscheidet sich grundsätzlich sowohl im Virus – als Auslöser der Erkrankung – als auch beim Übertragungsweg und der Inkubationszeit.

Während das Influenza-Virus (in der Regel A oder B) die sogenannte „echte Grippe“ auslöst, wird die Sommergrippe von Enteroviren verursacht. Das Influenza-Virus breitet sich typischerweise in der kalten Jahreszeit als Tröpfcheninfektion aus – wenn die Räume überheizt und die Luft sowie Schleimhäute trocken sind.

Das Virus ist gegen Austrocknung unempfindlich und bleibt quasi – im trockenen Zustand oder auf Staubpartikeln- als Aerosol in der Luft oder durch verbreitetes Nasensekret auf Flächen ca. 2 Tage infektiös.

Die Ansteckung erfolgt binnen Stunden oder weniger Tage. Das Virus kann bereits zwei Tage vor dem Auftreten etwaiger Krankheitssymptome weiterverbreitet werden.

Die Sommergrippe wird hingegen durch eine fäkal-orale Infektion übertragen, beispielsweise durch Händeschütteln sowie Anfassen von Türklinken oder anderer infizierter Flächen. Sie kann das ganze Jahr über auftreten.
Zu viel Sonne (die das Immunsystem schwächen kann), Zugluft, Klimaanlagen und damit verbundene Temperaturunterschiede, ein unsteter Lebenswandel, Flüssigkeitsmangel und ungesunde Ernährung, können ebenso zur Ansteckung mit der Sommergrippe beitragen, wie auch mangelnde Hygiene der Hände.

Das Ausmaß der Sommergrippe oder Grippe

Sommergrippe und Virusgrippe (Influenza) unterscheiden sich auch und vor allem in ihrem anzunehmenden Ausmaß.

Während nach einer Sommergrippe – bei Nicht-Risikopatienten, unter Anwendung der vom Arzt angeratenen Therapie – keine Spätfolgen auftreten dürften, besteht bei der Influenza die Gefahr einer oder mehrere Sekundärinfektionen.

Ist Ihr Organismus allgemein und durch den täglichen Kampf gegen das Grippe-Virus bereits geschwächt, können sich zusätzlich bakterielle Infektionen „aufpfropfen“.

Die Gefahr dabei ist, dass diese dann im Rahmen der Influenza Grunderkrankung nicht oder zu spät erkannt werden. Diese zusätzlichen bakteriellen Infektionen können von einer Bindehautentzündung über Lungenendzündung bis hin zur Gehirn- oder Herzmuskelentzündung reichen und im schlimmsten Falle sogar zum Tode führen.

Was tun bei Sommergrippe?

Diagnostiziert werden die Sommergrippe sowie die „echte Grippe“ zumeist über ihr klinisches Erscheinungsbild und den Verlauf. Sie sollten sich aber nicht scheuen, Ihren Arzt auf weitere Symptome, Auffälligkeiten und Verschlechterung der Symptome aufmerksam zu machen.

Je eher eine Therapie möglichen Komplikationen entgegenwirken kann, desto besser. Beide Grippevarianten werden in der Regel zunächst symptomatisch behandelt, mit Kopfschmerzmitteln, Medikamenten gegen Husten und Halsweh und evtl. Nasenspray.

Antibiotika helfen zwar nicht gegen eine Virusgrippe, werden aber dennoch oftmals nötig, um aufgetretene Sekundärinfektionen, wie beispielsweise eine bakterielle Lungenentzündung, zu bekämpfen.

Die Sommergrippe bzw. ein grippaler Infekt können aber unterstützend auch mit Hausmittel behandelt werden. Einige davon sollen hier nur kurz erwähnt werden, da ein ausführlicher Artikel hierzu noch folgen wird.

Das können Sie selbst tun bei Sommergrippe:

  • um vor Austrocknung zu schützen – viel trinken
  • gegen das Fieber – Linden- oder Holunderblütentee sowie Wadenwickel
  • gegen die Halsschmerzen – Salbei- oder Kamillentee
  • um die Abwehrkräfte zu unterstützen – Vitamin C, Zink und Ingwertee

Außerdem benötigt Ihr Körper gerade jetzt viel Ruhe und Schlaf.

Sommergrippe vorbeugen

Durch ausgewogene Kost und einem gesunden Lebenswandel kann Ihr Immunsystem gestärkt und somit die Ausbreitung kursierender Krankheitserreger, wie dem der Sommergrippe, vorgebeugt werden.

Viel frische Luft und Aktivitäten im Freien – unter Vermeidung direkter Sonneneinstrahlung – und ausreichend Ruhepausen verhelfen Ihrem Körper zu einer guten Konstitution.

Zugluft sollten Sie allerdings „aus dem Weg gehen“ und – gemäß einer bekannten Faustregel – die Klimaanlage im Auto maximal fünf Grad unter die Außentemperatur stellen, um zu große Temperaturunterschiede zu vermeiden und auf diese Weise weniger anfällig zu sein für die Sommergrippe.

Studien belegen, dass nicht nur Kinder an regelmäßiges Händewaschen erinnert werden müssen.

Gegen den Influenza Virus können Sie sich vorbeugend impfen lassen, was vor allem bei Risikogruppen, wie Senioren, kleinen Kindern, Jugendlichen und Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen empfehlenswert ist. Die Impfungen finden vorzugsweise im Oktober oder November statt. Bei drohenden Epidemien kann und sollte aber jederzeit geimpft werden.

Generell gilt es jedoch, einen gesunden Lebensstil zu pflegen und auf den eigenen Körper zu hören. Nicht immer benötigen Sie chemische Arzneimittel, allerdings sollten Sie keineswegs zögern, einen Arzt aufzusuchen, damit rechtzeitig die richtige Diagnose gestellt und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden kann.

Achten Sie auf sich und bleiben Sie gesund!